Angie

Ich bin Angeline, 34 Jahre, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Alter von 3, 2, 1.angie-profilbild
Im September 2015 habe ich nach dem Duschen einen Knoten in meiner linken Brust ertastet. Dann ging alles ganz schnell. Vom Frauenarzt ins UKSH Mammazentrum, Gewebeprobe, Diagnose: Invasives Mammakarziom, tripel positiv, aggressiv. Ein Lymphknoten war auch betroffen. Zwischen Diagnose und erster Chemotherapie lag keine Woche. Wir mussten schnell damit zurecht kommen, denn es war klar, dass wir nicht warten konnten. Das war besonders  schwer für uns, denn zu diesem Zeitpunkt war ich in der 32. Schwangerschaftswoche. Meine Tochter musste viele Untersuchungen miterleben und in meinem Bauch 2 Chemos durchstehen bevor sie Ende Oktober ’spontan‘ zur Welt kam. Die Chemozeit haben wir gut überstanden, da wir von Familie, Freunden, Kita und Ärzten sehr viel Unterstützung, Rückhalt und eine Art Sonderstellung erfahren haben. Trotz Komplettremission wurde meine linke Brust abgenommen und es wurden 6 Lymphknoten entfernt. Das stört mich aber weder im Alltag noch sonst irgendwie. Ich lebe und werde gesund. Durch all meine Phasen und Launen  (vorzeitige Menopause) begleiten mich meine Familie und die Sprotten. Ich bin froh und stolz darauf eine zu sein. Ich wünsche mir das Gleiche für dich!

Betti

Ich heiße Betti, am 25.09.2015 erhielt ich mit 31 Jahren die Diagnose Brustkrebs, triple positiv, also hormonabhängig und HER2NEU positiv, agressiv, extrem schnell wachsend, eine Mikrometastase in einem Lymphknoten, sechs entnommen, brusterhaltend operiert, der Tumor lag in der rechten Brust 12 Uhr, weit oben, gut spürbar. Die Zeit zwischen „da ist ein Knoten, sieht nicht gut aus“ und Diagnose war die Schlimmste meines bisherigen Lebens. Die Chemo und alles weitere ist auszuhalten und nicht so schlimm wie erwartet. Trotzdem ist der Weg bis heute nicht einfach. Ich wurde im Rahmen der Gepar Octo Studie behandelt, neoadjuvant mit der Hoffnung auf Komplettremisson, die sich leider nicht einstellte. Der Tumor ist zwar kleiner geworden, war aber zum Zeitpunkt der OP noch vorhanden. Seit Mai 2016 nahm ich für 3 Jahre Zoladex in Kombination mit Tamoxifen. Diese Medikamente versetzen mich in die künstlichen Wechseljahre. Tamoxifen nehme ich weiterhin. Das Schlimmste ist, dass sich mein Leben von Null auf Hundert komplett verändert hat.  Ich komme klar, meine Familie und Freunde sind für mich da, eine Psychologin unterstützte mich wärend der Behandlungszeit und ich habe meine Brustkrebsmädels, die „Sprotten“, die genau das Gleiche durchmachen mussten, wie ich. Als ich diese Diagnose erhielt, gab es keine Hilfeangebote in Kiel für junge Frauen. Ich bin sehr froh zu wissen, dass ich nicht allein bin mit dieser Diagnose und mich mit Frauen austauschen kann, die in einer ähnlichen Lebenssituation wie ich stecke. Kontaktiere uns gerne, komm zu einem unserer Treffen oder hole dir auf unserer Seite ein paar Informationen. Auch unsere Sportangebote und Kooperationen könnten interessant für dich sein?

NINA

Ich heiße Nina und zur Zeit meiner Diagnose im August 2015 war ich 37 Jahre. Ich bin Dipl. Sozialpädagogin, verheiratet und habe 2 Kinder, die zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz 2 und 4 Jahre alt waren. Meine Diagnose: ein multizentrisches Mammakarzinom rechts oben außen mit mindestens vier Herden sowie eine Lymphmetastase. Der Tumor ist hormonabhängig. Gleich im ersten Gespräch war klar, dass nicht brusterhaltend operiert werden kann, da der Tumor an unterschiedlichen Stellen der Brust sitzt. Ich entschied mich für eine Sofortrekonstruktion. Vorher bekam eine neoadjuvante Chemo. Zur OP hat sich die erwartete Komplettremission leider nicht bestätigt, so dass ich in einer zweiten OP auch noch 14 Lymphknoten entfernt wurden. Dann folgte 2016 eine Brustangleichung, im April 2017 ein Rezidiv unter Tamoxifen in der amputierten Brust, danach Bestrahlung und daraus resultierend eine Kapselfibrose. Ende 2017 dann noch die Diagnose weißer Hautkrebs auf der Nase. Anfang 2018 habe ich dann einen Deep Flap machen lassen (d.h. das Bauchfett wird in die Brust transplantiert. Nach Weihnachten ein sehr guter Zeitpunkt ;)) sowie eine Hauttransplantation auf der Nase. Im Sommer 2019 bekam ich dann immer öfter starke Scherzen im Rücken. Es dauerte dann noch bis Mitte Oktober bis die Schmerzen so doll waren, dass ich ins Krankenhaus gekommen bin. Dann die Diagnose Multiple Metastasen in der Lunge, der Leber, in den Lymphknoten rund um den Hals und im Bauchraum und in den Knochen…..

Aber was soll ich euch sagen? Mich hat die erste Diagnose Brustkrebs gar nicht so umgehauen. Die Diagnose Metastasen ist natürlich niederschmetternd, aber ich finde mit Klarheit ist es besser zu leben als in dieser Ungewissheit. Ich liebe mein Leben, meine Familie, meine Freunde und meine Arbeit und ich will das nie hergeben und ja, Krebs ist Scheiße und ungerecht darüber brauchen wir nicht diskutieren und trotzdem bin ich auch dankbar für einen anderen Blick auf die Dinge, unglaublich tolle Menschen die ich durch diese Erkrankung kennengelernt habe, unvergessliche Momente und Erfahrungen und eine Sache für die ich brenne, meine SprottenArbeit!

Durch die tolle Unterstützung meiner Familie, Freunde und Sprotten ist alles leichter zu ertragen. Ich bin von Anfang an ganz offen mit meiner Erkrankung umgegangen, was es mir, und ich denke auch allen anderen, leichter gemacht hat. Und es war für mich wichtig, dass meine Kinder angemessen und kindgerecht mit einbezogen wurden. Und ich muss sagen, sie sind toll damit umgegangen und haben es super gemacht (gemeinsames Haare abrasieren, Umgang mit meiner Glatze, warum ab und zu Mundschutz, der Port, die OP’s, einfach alles). Aber auch mein Sport (ich bin Step Aerobic Trainerin) habe ich während meiner Chemo und auch unterer meiner jetztigen Therapie durchgezogen. Auch wenn ich nicht mehr körperlich so fit war und bin, ist es ein gutes Gefühl sich trotz allem zu bewegen und nicht aufzugeben! Ich bin sehr froh, dass ich meine ‚Sprotten‘ gefunden habe und freue mich, wenn wir auch euch unterstützen, aufmuntern oder begleiten können auf diesem Weg während und nach der Chemo. Denn mit lieben Menschen an der Seite ist alles viel einfacher und erträglicher!!
In diesem Sinne, bis hoffentlich bald! Eure Nina

Nina ist am 22.10.2020 im Kreis ihrer Familie eingeschlafen. Wir vermissen Nina jeden Tag, aber für Nina und für das Leben und für all die anderen Frauen machen wir weiter und sind gemeinsam stark!