Ich heiße Nina und zur Zeit meiner Diagnose im August 2015 war ich 37 Jahre. Ich bin Dipl. Sozialpädagogin, verheiratet und habe 2 Kinder, die zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz 2 und 4 Jahre alt waren. Meine Diagnose: ein multizentrisches Mammakarzinom rechts oben außen mit mindestens vier Herden sowie eine Lymphmetastase. Der Tumor ist hormonabhängig. Gleich im ersten Gespräch war klar, dass nicht brusterhaltend operiert werden kann, da der Tumor an unterschiedlichen Stellen der Brust sitzt. Ich entschied mich für eine Sofortrekonstruktion. Vorher bekam eine neoadjuvante Chemo. Zur OP hat sich die erwartete Komplettremission leider nicht bestätigt, so dass ich in einer zweiten OP auch noch 14 Lymphknoten entfernt wurden. Dann folgte 2016 eine Brustangleichung, im April 2017 ein Rezidiv unter Tamoxifen in der amputierten Brust, danach Bestrahlung und daraus resultierend eine Kapselfibrose. Ende 2017 dann noch die Diagnose weißer Hautkrebs auf der Nase. Anfang 2018 habe ich dann einen Deep Flap machen lassen (d.h. das Bauchfett wird in die Brust transplantiert. Nach Weihnachten ein sehr guter Zeitpunkt ;)) sowie eine Hauttransplantation auf der Nase. Im Sommer 2019 bekam ich dann immer öfter starke Scherzen im Rücken. Es dauerte dann noch bis Mitte Oktober bis die Schmerzen so doll waren, dass ich ins Krankenhaus gekommen bin. Dann die Diagnose Multiple Metastasen in der Lunge, der Leber, in den Lymphknoten rund um den Hals und im Bauchraum und in den Knochen…..

Aber was soll ich euch sagen? Mich hat die erste Diagnose Brustkrebs gar nicht so umgehauen. Die Diagnose Metastasen ist natürlich niederschmetternd, aber ich finde mit Klarheit ist es besser zu leben als in dieser Ungewissheit. Ich liebe mein Leben, meine Familie, meine Freunde und meine Arbeit und ich will das nie hergeben und ja, Krebs ist Scheiße und ungerecht darüber brauchen wir nicht diskutieren und trotzdem bin ich auch dankbar für einen anderen Blick auf die Dinge, unglaublich tolle Menschen die ich durch diese Erkrankung kennengelernt habe, unvergessliche Momente und Erfahrungen und eine Sache für die ich brenne, meine SprottenArbeit!

Durch die tolle Unterstützung meiner Familie, Freunde und Sprotten ist alles leichter zu ertragen. Ich bin von Anfang an ganz offen mit meiner Erkrankung umgegangen, was es mir, und ich denke auch allen anderen, leichter gemacht hat. Und es war für mich wichtig, dass meine Kinder angemessen und kindgerecht mit einbezogen wurden. Und ich muss sagen, sie sind toll damit umgegangen und haben es super gemacht (gemeinsames Haare abrasieren, Umgang mit meiner Glatze, warum ab und zu Mundschutz, der Port, die OP’s, einfach alles). Aber auch mein Sport (ich bin Step Aerobic Trainerin) habe ich während meiner Chemo und auch unterer meiner jetztigen Therapie durchgezogen. Auch wenn ich nicht mehr körperlich so fit war und bin, ist es ein gutes Gefühl sich trotz allem zu bewegen und nicht aufzugeben! Ich bin sehr froh, dass ich meine ‚Sprotten‘ gefunden habe und freue mich, wenn wir auch euch unterstützen, aufmuntern oder begleiten können auf diesem Weg während und nach der Chemo. Denn mit lieben Menschen an der Seite ist alles viel einfacher und erträglicher!!
In diesem Sinne, bis hoffentlich bald! Eure Nina